Für das Restaurant Steingrube fand sich kein neuer Besitzer, nachdem die langjährige Wirtin, Therese Krebs, in den Ruhestand treten wollte.

Ein paar findige Oberburger wollten das aber nicht einfach so hinnehmen.

Die Beiz gehört nun offiziell dem Dorf: 438 Aktionäre besitzen die Steingrube nun ganz offiziell. Rechnet man es auf die Bevölkerung von Oberburg, so dürfte mehr als jeder siebte Miteigentümer des Restaurants Stein­grube sein. Natürlich stimmt ­diese Rechnung nicht ganz, schliesslich haben auch Firmen, Vereine und Auswärtige die Aktien gekauft.

Dabei hat alles in viel kleinerem Rahmen angefangen. Und zwar an einem Stammtisch jener Beiz, die jetzt gefeiert wird. Es sei eine Bieridee gewesen, sagt der Initiant und heutige Verwaltungsratspräsident Urs Krähenbühl. An einem Freitagabend sass er mit Freunden beisammen und sinnierte über die Zukunft der Steingrube. Denn die langjährige Wirtin, Therese Krebs, wollte bald in den Ruhestand treten. Und Käufer, die weiterhin eine Wirtschaft betreiben wollten, schien es keine zu geben.

Doch das Ende der Steingrube wollten Krähenbühl und seine Kompagnons nicht einfach hinnehmen.

Schliesslich ist das Restaurant eines der letzten in der Gemeinde. Hier treffen sich die Vereine, hier tafelt man bei Geburtstagen, Hochzeiten und Familienfeiern. Warum also nicht die treuen Gäste mit an Bord holen, sie zu Miteigentümern machen, dachten sie sich. Gesagt getan: Kurze Zeit später mobilisierten die Initianten das ganze Dorf. Sie informierten die Einwohner, sprachen bei den Vereinen vor, verteilten Flyer. Und die Idee stiess auf Anklang. Schon einen Tag nach der Lancierung unterzeichneten 79 potenzielle Aktionäre eine Absichtserklärung. 1000 Franken würden die Erwachsenen später in ein Wertpapier investieren, 500 Franken die Kinder und Jugendlichen.

Mehr über die Steingrube AG finden Sie hier: steingrüebler.ch

Daniel Rüegsegger ist verheiratet, hat 2 Kinder (Lara Jhg. 2000 & Jasmin Jhg.2002) und ist in Schüpbach als Bauernsohn aufgewachsen. 12 Jahre führte er den Gasthof Rosegg im Bumbach. Durch eine Bekannte und einen Freund hat er vom Verkauf der Steingrube erfahren und sein Interesse Bruno Krebs (ehem. Wirt) mitgeteilt.

Die Steingrüebler haben Daniel Rüegsegger ein paar Fragen zu seiner Person und seiner «Steingrube Vision» gestellt:

Wie sieht Dein beruflicher Werdegang aus?

Ich habe eine Metzgerlehre und anschliessend die Ausbildung zum Koch gemacht. Nach dem Militär arbeitete ich in Saisonstellen. Die Umgebung um Oberburg lernte ich bereits als Küchenchef im Restaurant Schützenhaus Burgdorf kennen und für kurze Zeit arbeitete ich auch im Rest. Adler in Oberburg. In den letzten 12 Jahren habe ich mit meiner Familie den Gasthof Rosegg in Schangnau geführt.

 

Was sind die Beweggründe, welche Dich nach Oberburg bringen?

Ich suchte eine Veränderung, weil sich meine Frau aus der Gastgewerbe-Arbeit zurückziehen will. Dass sich über 400 Aktionäre für den Erhalt einer «Dorfbeiz» einsetzen, hat mich extrem überzeugt. Diese breite Abstützung in der Bevölkerung hat schliesslich den Entscheid für die Steingrube gegeben. Weiter wird meine jüngere Tochter im Sommer`18 in der Metzgerei Heinz Frey die Lehre zur Fleischfachfrau beginnen und kann so von einem kurzen Arbeitsweg profitieren.

 

Was können die Gäste bezüglich Öffnungszeiten und «Menukarte» erwarten?

Die Wirtschaft Steingrube wird von 08.30 bis mind. 23.00 Uhr geöffnet sein. Ruhetage sind der Dienstag und Mittwoch.

Meine Speisekarte beinhaltet eine «gutbürgerliche Küche», welche für jeden Gast etwas bietet. Ich habe gute Erfahrungen mit Gerichten wie «Suure Mocke» und «Rindszunge» gemacht. Es wird aber auch eine Snackkarte geben, so dass auch am späteren Abend noch etwas gegessen werden kann.

Passend zur Jahreszeit werde ich auch saisonale Spezialitäten anbieten wie z.B. Metzgete oder Wild.

 

Wie sieht es mit der Nutzung der diversen Räumlichkeiten aus? Können Vereine diese auch weiterhin reservieren?

Am bisherigen Konzept der Räume wird sich nichts ändern. Es wird also auch weiterhin ein «A la Carte Säli» geben und die kleinen Räume und der Saal bleiben erhalten und können reserviert werden. Bankette für Geburtstagsfeste, Weihnachtsessen, Familienfeste, Geschäftsessen, Hochzeiten etc. sind mir sehr willkommen. Reservationen nehme ich gerne bereits entgegen (Tel. 079 315 87 76). Zentral ist für mich auch der Erhalt des Stammtisches, welcher ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft Steingrube bleiben soll.

 

Wie sieht es bezüglich Personal aus?

Klar ist, dass ich mit einer zusätzlichen Köchin in Oberburg starten werde. Ich bin aber auch auf Servicepersonal angewiesen, welches ich noch am rekrutieren bin.

Interessierte können sich gerne bei mir melden  ( Tel. 079 315 87 76).

 

Das Führen einer Wirtschaft in der heutigen Zeit ist extrem schwierig und bedeutet viel Arbeit. Was reizt Dich trotzdem an dieser Aufgabe? Hast Du nebenbei noch Zeit für Hobbies?

Ich mache die Arbeit einfach gerne; Kochen, Gäste bewirten, den Kontakt mit Gästen etc. Dieser Beruf ist für mich eine Berufung. Ein grosses Hobby von mir ist das Pilze sammeln. Daraus entstehen in meiner Küche dann Produkte (Dänus Pilzchrättli) wie Waldpilzsuppe oder Eier-Schwümmli Teigwaren, welche es zu kaufen gibt. Für weitere Hobbies, wie früher das Hornussen, bleibt keine Zeit mehr.

 

Welche Wünsche hast Du an die Oberburgerinnen und Oberburger?

Ich hoffe natürlich in erster Linie, dass Sie die Wirtschaft Steingrube besuchen kommen und mir als Wirt eine Chance geben. Ich bin offen für konstruktive Kritik. Falls also etwas nicht passt, sollen Sie mit mir reden und nicht die Faust im Sack machen. Nur so kann ich etwas verbessern.

Krauchthalstrasse 78
3414 Oberburg

Öffnungszeiten
Donnerstag – Montag
08:30 bis mindestens 23:00

Dienstag und Mittwoch
Ruhetag

Kontakt
079 315 87 76
034 422 22 54
kontakt@steingrube.ch